Turk! JD! Comin‘ in hot!

Fantastisch, wie eine wirklich lieb gewonnene Serie im Jahr 2026 wieder auftaucht und mich als FAN einfach abholt. Die erste Folge der neuen Staffel Scrubs habe ich heute gesehen und Mensch, bin ich begeistert! Hat alles drin, was ich von dieser Serie erwarte: Dr. Cox als guter, aber manchmal zu zynischer Oberlehrer, Carla als emotionaler Anker und immer noch Hingucker, eine komplizierte Beziehung zwischen JD und Elliot, Todd, medizinischer Slapstick mit übertrieben viel Blut und natürlich die Bromance zwischen JD und Turk.

Die Protagonisten sind sichtlich gealtert und die Witze sind mit ihnen gereift. Nicht weil die Witze zur Kategorie „Dad Jokes“ zählen, sondern weil sie den Zahn der Zeit, der an den Figuren nagt auch in die Gags einfließen lassen. Zum Beispiel: Als Millenial holt mich die Szene mit Turk und JD und dem Eagle total ab, da sie die witzige Leichtigkeit und Zweideutigkeit der frühen 2000er Jahre zusammen mit den körperlichen, altersbedingten Schwierigkeiten der Protagonisten in das hier und jetzt verfrachten. Turk kann halt nicht mehr so leicht einen genauso schweren Menschen huckepack mit der gleichen Spritzigkeit durch die Gegend tragen und JD fällt der Blick auf die Uhr schwer, weil er keine Lesebrille auf hat.

Vieles was den Humor von Scrubs früher ausgemacht hat, ist heutzutage vielleicht nicht mehr so sagbar, wie Aussagen von Dr. Cox oder Todd – aber auch hier hat diese Folge es geschafft, es durch weitere Figuren eingeordnet, Aussagen gesellschaftstauglich zu machen. Wäre mir persönlich gar nicht erst aufgefallen, gäbe es diese Figuren nicht – aber ich bin nunmal mit den Witzen aufgewachsen und Sätze wie „Ich mags besonders tief“ waren für mich noch nie besonders kontrovers. Nicht desto trotz finde ich das witzig, wenn aus dieser Dynamik zwischen „was früher sagbar ist“ und „heutzutage wird das mit einem Workshop erst einmal aufgearbeitet“ humorvolle Dialoge entstehen.

Diese ganze Pilotfolge der neuen Staffel fühlt sich überhaupt nicht erzwungen an – ganz im Gegensatz zur neunten Staffel, die im Übrigen allein durch das Vorhandensein des Sacred Heart auch von der Serie selbst nicht ernst genommen wird. Es fühlt sich wie nach Hause kommen an – alle Beteiligten werden älter, aber meine Beziehung zu allen hat sich nicht geändert. Das ist schön und ich freue mich einfach auf die weiteren acht Folgen.